Passionssingen

Des Herren Leid erahnen konnten die Besucher in der Pfarrkirche Todtenweis beim alljährlichen Passionssingen der Singrunde. Es war ein Zusammenwirken der tief gehenden Bibeltexte mit den passenden Liedern.

Gleich der Kanon „Meines Herzens Dunkel“ lud die Zuhörer zum Mitsingen ein. Beim Lesen der Bibeltexte der 4 Evangelisten, so Ursula Haggenmüller, fand sie Begebenheiten die berührten und Mut machten, wie bei Lukas –  Petrus und Johannes sollten das Paschamahl vorbereiten, Jesus saß bei den Aposteln am Tisch, bevor sein Leiden anfing.  Der Chor mit stimmlicher Beweglichkeit „Komm, sag es allen weiter, Gott selber lädt uns ein“. In den Text  „Ich bin das Brot, lade euch ein“  vertiefte sich der Sopran, die Begleitstimmen untermalten mit einem leisen „Kyrie eleison“.  Lorenz Maierhofer schrieb die Musik nach Johannes 6,35  „Er ist das Brot und der Weg des Friedens“. Weiter bei Johannes – Jesus wäscht die Füße der Apostel, sein Gebot an die Menschheit, „Ubi caritas (Taize´)  „Dies ist mein Gebot, liebet einander“ und „Kumbaya, my Lord“ aus Guyana, mit Andacht und Zuversicht vorgetragen. Bei Lukas ging Jesus hinüber zum Ölberg, mit  großem Gefühl der Chor „Gott hör mein Gebet, hör mein Rufen o Gott.“ Das Leiden Christi ist auch das Kreuz von Menschen, so U. Haggenmüller, wir haben auch die Pflicht offene Augen für Nöte, Ängste und Sorgen vieler Menschen in unserem Umfeld zu haben. Mit tiefer Aussagekraft gesungen, folgten „Wenn wir in höchsten Nöten sein“, „Wenn die Last der Welt dir zu schaffen macht“ und „Gott hat mir längst einen Engel gesandt“. Bei Lukas weiter – Petrus verleugnete den Herrn drei Mal und später bei Markus, wie Simon aus Cyrene das Kreuz tragen hilft. Wieder der passende Chorsatz dazu, „Träger sind gefragt“, mit dynamischer Abstufung vorgetragen. Die 6. Kreuzwegstation erzählt von Veronika, die Jesus das Schweißtuch reicht, da war Mitgefühl und viele Frauen klagten und weinten.  Der Chor folgte eindrucksvoll  mit dem Klagelied  „Wenn ich einmal soll scheiden“ H. Leo Hassler 1601).

Auch die Zuhörer durften wieder mit einstimmen in den Kanon „So sehr hat Gott die Welt geliebt“. Die Sopran- und Altstimmen folgten mit „Herr, du bist mein Leben“ mit musikalischem Können. Zum Nachdenken anregen wird vielleicht die Leidensgeschichte der 4 Evangelisten, wo es noch viele andere Texte gibt, so U. Haggenmüller. Und als Jesus nach der Auferstehung seinen Jüngern erschien sagte er “Friede sei mit euch“. Und so endete ein Passionssingen, das berührte und eine andächtige Ruhe in der Kirche erzeugte, mit dem Satz „Da pacem Domine“. Die Besucher dankten mit viel Beifall für die musikalischen Beiträge mit den inhaltlich abgestimmten meditativen Texten.