Geschichte der Pfarrkirche

Baugeschichte:
Im Jahre 1737 ließ Abt Coelestin Meyr (1735 bis 1753) vom Kloster St. Ulrich und Afra zu Augsburg für 7 000 Gulden eine neue Kirche im Stil der Zeit erbauen. Pfarrer war damals der in Aindling gebürtige Johann Paul Mann (1717 bis 1743). Während der Baumaßnahme wurden die Gottesdienste in der Friedhofskapelle abgehalten. Diese Kapelle, die am Platz des jetzigen Pfarrergrabes stand, wurde im März 1811 abgebrochen.

Auch die neue Kirche erhielt das Patronat der Klosterheiligen von St. Ulrich und Afra. Baumeister war Georg Wolff aus Thierhaupten, die Fresken schuf Christoph Thomas Scheffler (1699 bis 1756), der aus Mainburg stammte und in Augsburg ansässig war. Der Turm, dessen viereckiger Teil wohl noch aus der Vorgängerkirche herrührt, wurde mit einem Achteck-Aufsatz und einer barocken Kuppel versehen. 1737 war die Kirche samt den Fresken fertig. 1738 ging es mit der Innenausstattung weiter. 1763 kam erstmals eine Orgel in die Kirche.

Am 31. Oktober 1737 soll Abt Coelestin Mayr die Kirche benediziert haben. Konsekriert wurde sie am 30. September 1781 durch den damaligen Augsburger Weihbischof Johann Nepomuk August Freiherr Ungelter von Deisenhausen (1799 bis 1804).

1816 wurde das Heilige Grab unter dem Hochaltar wieder hergerichtet. Dazu benötigte man 30 farbige Kugeln und für die Fenster schwarze Vorhänge. 1817 wurde die Kirche für 212 fl 54 kr renoviert.

Pfarrer Franz Xaver Gartner (1853 bis 1883) ließ 1863 für 416 Gulden eine Sakristei anbauen. Zuvor war das Glockenhaus als Sakristei benutzt worden. An der Stelle der neuen Sakristei befand sich lediglich eine Kirchentüre, durch die der Pfarrer auf kürzestem Weg durch den Chorraum zum Glockenhaus gelangen konnte. Das Obergeschoß der neuen Sakristei erhielt ein Fenster mit Blick in den Altarraum der Kirche. Im Bereich der Sakristei entlang der äußeren Chormauer befanden sich früher die Pfarrergräber. Nach dem Bau der Sakristei wurde an der Pfarrhofsmauer ein neues Priestergrab geschaffen. Dort ist Pfarrer Gartner als erster und bisher einziger Pfarrer beigesetzt worden.

Unter Pfarrer Adolf Sälzle (1896 bis 1910) wurde die Pfarrkirche samt Turm und Friedhofsmauer in den Jahren 1908 bis 1910 sowohl außen als auch innen gründlich renoviert. Die Renovierung kostete 18 911 Mark. Die Kirche erhielt damals farbige Fenster im Jugendstil. Auch die Engelornamentik entlang der Decken stammt aus dieser Zeit. Dekan Birzele aus Rehling schrieb bei seiner Visitation 1911: „Die Pfarrkirche in ihrem neurestaurierten Zustande macht einen erhebenden Eindruck“.

Unter Pfarrer Alois Böhm (1910 bis 1933) bekam die Pfarrkirche 1912 elektrisches Licht. Ebenfalls 1912 wurde bei dem Kunstmaler Alois Haugg aus Ottobeuren ein neuer Kreuzweg in Auftrag gegeben. Der neubarocke Kreuzweg ist auf Kupfer gemalt und kostet 1 400 Mark. Dazu fertigte der Stukkateur Franz Wirth aus Augsburg für 448 Mark Rahmen in Harstuck (Gips).

1913 ließ Pfarrer Böhm von der Firma Carl Port aus Augsburg die Lourdes-Grotte im Zwickel zwischen Turm und Chor errichten. Die Grotte kostete 800 Mark. Spender der Grotte war der ledige Xaver Ettinger (vom Söldbauern), der 1916 in Augsburg verstarb.

1923 plante Pfarrer Böhm eine Erweiterung der Kirche nach Westen. Mit dem „Hannisbauer“ waren bereits Grundstücksvereinbarungen getroffen worden. Die detaillierten Erweiterungspläne sind im Pfarrarchiv. Warum es dann zu dieser Kirchenerweiterung doch nicht kam, konnte nicht ermittelt werden.

Unter Pfarrer Joseph Glöggler (1933 bis 1939) wurde die Orgel 1935 durch die Orgelbaufirma Offner aus Augsburg umgebaut und renoviert.

Unter Pfarrer Karl Michler (1943 bis 1966) erfolgte in den Jahren 1965 und 1966 eine Außenrenovierung von Turm und Pfarrkirche. Dabei sind die Jugendstilfenster von 1908 wieder durch barocke Sechseck-Bleiverglasungen ersetzt worden. Weniger schön sind die Zifferblätter der Turmuhr aus jener Zeit. Die Kosten für die Renovierung der Kirche beliefen sich auf 88 309 DM. Die Kosten der Turmrenovierung übernahm die politische Gemeinde, obwohl ihr am Turm keine nachweisbare Baupflicht obliegt.

Unter Pfarrvikar Heribert Lohner (1966 bis 1980) wurde die Pfarrkirche 1975 abgeschnitten und entfeuchtet. Dann folgt in den Jahren 1975 und 1976 eine aufwendige Innenrenovierung. In mühseligen Hand- und Spanndiensten vieler freiwilliger Helfer wurde unter der Leitung von Kirchenpfleger Michael Ostermair der Boden der Kirche gut einen Meter tief abgegraben und wieder mit Leerkies und Beton gefüllt. Die baufälligen Emporen aus Holz wurden abgerissen; die neuen Emporen aus Beton wurden von der Firma Xaver Helfer aus Todtenweis errichtet. Derweilen war die Orgel ausgelagert. Die Schreinerei Michael Fischer aus Todtenweis fertigte das neue Kirchengestühl. Die Docken wurden in Oberammergau geschnitzt. Die Stukrahmen der Kreuzwegstationen von 1912 sind durch Holzrahmen ersetzt worden. Die Kirchenmalerarbeiten übernahm die Firma Wolfram Kronwitter aus Günzburg. Die Kommunionbank musste aus Platzgründen wegen des Volksaltares entfernt werden. Ein Beichtstuhl kam hinter den Hochaltar. Früher gab es zwei Beichtstühle links und rechts zwischen Chorbogen und Turm- bzw. Sakristeitüre. Von der Schreinerei Fischer stammt auch die neue Inneneinrichtung der Sakristei. Am 12. Dezeber 1976 hielt Weihbischof Rudolf Schmid zum Abschluss der Renovierungsarbeiten einen feierlichen Gottesdienst.

Die Kosten der Innenrenovierung beliefen sich auf 382 490 DM. Davon gab die Bischöfliche Finanzkammer Augsburg einen Zuschuss in Höhe von 132 000 DM, die Gemeinde Todtenweis einen in Höhe von 15 000 DM, der Landkreis Aichach-Friedberg einen in Höhe von 8099DM und der Bezirk Schwaben einen in Höhe von 1 000 DM. Den Rest in Höhe von 226 391 DM haben die Pfarrangehörigen durch Spenden aufgebracht.

1980 wurde ein Volksaltar und ein Ambo (Lesepult) in barocken Stil angeschafft. 1981 schuf der Bildhauer Ernst Steinacker aus Wemding für 10 000 DM einen Taufstein, der zwischen Chorbogen und Sakristeitüre aufgestellt wurden ist. Der Taufstein ist aus Juramarmor und hat einen modern gestalteten Bronzedeckel. 1984 wurde die Sakristei außen renoviert. Das bisherige Blechdach wurde durch ein Ziegeldach ersetzt. Im selben Jahr wurde die Friedhofsmauer zwischen Pfarrhof und Pfarrstadel von der Firma Xaver Helfer aus Todtenweis neu gebaut.

Im Jahre 1992/93 wurde eine Sanierung vom Kirchendach durchgeführt. Ebenso wurde der Dachstuhl ausgebessert. Die Kirchturmuhr wurde von bisher zwei auf vier Ziffernblätter erweitert, so dass in jede Richtung die Uhrzeit jederzeit ablesbar ist. Zum Abschluss dieser Renovierung wurde die Kirche außen komplett neu gestrichen und erstrahlt seither in neuen Farben.

Im Jahre 2000 wurde eine neue Orgel angeschafft, nachdem die alte ausgedient hatte. Die neue Orgel wurde von der Orgelbaufirma Franz Schreier, Thierhaupten gebaut. Mit den Marmorierungsarbeiten am Gehäuse wurde die Firma Kronwitter, Leipheim beauftragt. (Weiter Infos sh. Seite Orgel)

Seit dem Jahre 2003 zeigt die Todtenweiser Kirchturmuhr immer exakt die genaue Zeit an, da sie seither funkgesteuert ist. Die Kosten hierfür betrugen 2.450 DM, wovon die politische Gemeinde die Hälfte der Kosten übernahm.

Im Jahre 2012 wurde der Chorraum der Pfarrkirche renoviert. Vorausgegangen war ein morscher Balken im Dachgestühl. Dieser wurde, wie auch einige weitere erneuert. Da die Decke über dem Altarraum Risse aufwies wurde der gesamte Altarraum gleich mit saniert.

Weitere Sanierungsmaßnahmen stehen an und werden voraussichtlich im Jahr 2015 erfolgen. Eigenlich wollte die Kirchenverwaltung und der Pfarrgemeinderat nur die Wände weißeln lassen, doch daraus wird nun eine größere Maßnahme. Die Architekten der Diözese fordern in diesem Zusammenhang eine neue Heizung und die Verlegung der gesamten Elektrik zu erneuern und unter Putz zu verlegen. Ebenso soll die Pfarrkirche und der Turm aßen renoviert werden.