Pfarrhaus

hpim0383   Der Pfarrhof wurde in den Jahren 1757 und 1758 völlig neu gebaut. Die erste Pfarrhofbeschreibung ist von 1812. 1861 gibt Pfarrer Franz Xaver Gartner (1853 bis 1883) folgende Beschreibung des Pfarrhofes:
“Die Umfassunsgmauern sind von Stein. Das Dach ist mit Platten gedeckt. Das Pfarrhaus hat ein sehr gefälliges Äußeres und ist sehr zweckmäßig eingeteilt, so dass in der Gegend keines ihm zur Seite steht, und als Muster für Neubauten dienen könnte.
Der Eingang ist von Osten und scheidet mit dem breiten gewölbten Gange das Innere in zwei Hälften. Links des Einganges ist ein großes Ökonomiezimmer mit Nebenkammer; rechts des Einganges ist a) das Wohnzimmer des Pfarrers, b) Küche mit Speise, Holzlege und einer Kammer für weibliche Dienstboten.
Eine breite Stiege, mit Austritt und Wendung in der Mitte, führt in das obere Stockwerk. Dasselbe enthält fünf Zimmer. Eines gegen Westen, die übrigen vier, und zwar das erste gegen Nordost, das zweite gegen Osten (der Salon), das dritte gegen Südost, und das vierte gegen Südwest, gehen alle ineinander. Drei derselben sind heizbar. Unter dem Dache befinden sich geräumige Kornkammern, unterirdisch zwei gewölbte Keller

Seit 1966, mit dem Weggang vom Pfarrer Karl Michler, stand der Pfarrhof leer. Bürgermeister Michael Fischer bemühte sich 1968 um eine Abbruchgenehmigung und um einen Neubau an anderer Stelle im Pfarrgarten, gegenüber dem Wohnhaus der Scheinerei Fischer. Neubaupläne sind bereits erstellt worden. Während das Landratsamt Aichach die Abbruchgenehmigung erteilte, verweigerte sie die Bischöfliche Finanzkammer Augsburg in ihrer Eigenschaft als kirchliche Aufsichtsbehörde mit der Begründung, dass bei einem Abbruch die Gefahr eines Erlöschens der staatlichen Zweidrittelbaupflicht bestünde.
kirche02Mit dem Denkmalschutzgesetz von 1973 ist an einen Abbruch des Pfarrhofes nicht mehr zu denken, da es jetzt auch staatlicherseits keine Abbruchgenehmigung mehr geben kann. Nach mehrjährigen Verhandlungen mit den kirchlichen und weltlichen Oberbehörden wurde 1985 ein Abkommen zwischen Staat und Diözese erzielt, das eine baldige Sanierung des Pfarrhofes in Aussicht stellte. Die Kosten der bevorstehenden Renovierung sind auf 1.000.000 DM geschätzt worden, wovon die Kirchenstiftung mit einem Betrag von etwa 140.000 DM belastet würde. Im September 1988 wurde mit der Renovierung des Pfarrhofes begonnen. Architekt ist Hans Hicker aus Friedberg, ausführende Baufirma Hans Baur aus Rederzhausen
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kirche03Seit der Renovierung im Jahre 1988 bis 1990 befindet sich im Todtenweiser Pfarrhaus auch ein Pfarrbüro. Nach der Renovierung wohnte im Pfarrhaus in der Zeit von 1990 bis 1993 Pfarrer Dr. Anton Tischinger, der auch in dieser Zeit die Pfarrei St. Ulrich und Afra betreute. Nach dessen Weggang kam Pfarrer Hans Schinagl und Pater Davis Chakkalamattat die jeweils bis zum Jahre 1996 dort wohnten. Danach wurde die Pfarrei von Aindling aus mitvikariert. Seit dieser Zeit wohnt nur noch die Urlaubsvertretung für den Ortspfarrer dort. Diakon Norbert Kugler, hatte in den oberen Räumen sein Büro für die Trauerseelsorge eingerichtet. (bis 2014) Auch fanden im unteren Raum hinten links wöchentlich die Gruppenstunden der Mutter-Kind-Gruppe statt (bis 2016).
Das Pfarrrbüro befindet sich direkt am Eingang rechts. Links befindet sich ein großer Sitzungsraum. kirche01Dieser wird vom Pfarrgemeinderat, Kirchenverwaltung, Pfarrbriefteam, Familiengottesdienstteam und früher auch Frauenbund zu den jeweiligen Sitzungen und Gottesdienstvorbereitungen genutzt. Im östlichen Zimmer im Obergeschoß findet wöchentlich die Proben vom Kirchenchor statt. Das Möbilar für den Sitzungsraum und das Büro wurde von der Schreinerei Michael Fischer aus Todtenweis gefertigt.