Filialkirche Maria Königing Bach

Die Kapelle von Bach
bach_025Die Ortschaft Bach wurde am 13. Mai 1818 von Aindling nach Todtenweis umgepfarrt. Daraufhin wurde eine neue Marienkapelle gebaut, die am 21. September 1818 von Pfarrer Johann Baptist Baur (1796 bis 1821) eingeweiht worden ist. Diese Kapelle ist aber nicht das erste Kirchelein in Bach. 1807 vermerkt Pfarrer Baur im Matrikelbuch, er habe die Entfernung von der Kapelle von Bach bis zur Kirche in Todtenweis mit 3300 Schritt (passus) errechnet.bach_008
Die Kapelle von Bach ist kirchenrechtliche eine Privatkapelle, da sie nicht einer Kirchenstiftung gehört, sondern den Einwohnern von Bach, weswegen im Grundbuch die politische Gemeinde als Eigentümerin der Kapelle eingetragen ist.
Von 1818 an bis zum 2. Weltkrieg wurde alle sieben Jahre in Augsburg erneut um Messerlaubnis (licentia celebrandi) nachgesucht. Da aber auf Seite des Pfarrers von Todtenweis nie eine Messverpflichtung für Bach bestanden hat, wurde nur dann eine heilige Messe gelesen, wenn eine angeschafft worden war. Im Visitationsbericht von 1892 heißt es: “Seit sieben Jahren wurde in Bach keine hl. Messe mehr zelebriert, weil keine bestellt wurde, und wohl auch in Zukunft keine mehr bestellt werden.”

In den Jahren 1913 und 1914 wurde die inzwischen arg heruntergekommene Kapelle unter Pfarrer Alois Böhm (1910 bis 1933) gründlich renoviert. Die Malerarbeiten führte Franz Lederer von Aindling aus, die Kirchenstühle fertigte der Aindlinger Schreiner Xaver Huber. bach_019Die Farbfenster stammen von der Glasmalerfirma Eichleitner u. Lipp aus Göggingen. Der Altar erhielt 1913 einen von Bischof Maximilian von Lingg (1902 bis 1930) geweihten Altarstein. Die lateinisch verfasste Weiheurkunde ist dem Altarstein beigefügt.
Pfarrer Karl Michler (1943 bis 1966) ging nur noch selten nach Bach, und Pfarrvikar Heribert Lohner (1966 bis 1980) hörte ganz damit auf. Die Kapelle verfiel wiederum. 1981 fanden nach langer Zeit erstmals wieder Gottesdienste in dem Kirchlein statt, und zwar am Montag in der Bittwoche und am 22. August (Fest Maria Königin). An diesem Mariengedenktag soll künftig das Patrozinium in Bach sein.

In den Jahren 1986 bis 1988 ließ Bürgermeister Adolf Metzker (seit 1972), der in Bach ansässig ist, das Kirchlein von Grund auf renovieren, da es zwischenzeitlich einzufallen drohte. Vor allem wurden die Fundamente frostsicher vertieft und der Boden betoniert. Der Glockenstuhl mit einem Glöcklein daran wurde erneuert, wobei die Schallöffnungen vergrößert werden mussten. Der Altartisch und das Gestühl wurden von der Schreinerei Michael Fischer aus Todtenweis repariert. Die Restauration des Altares übernahm der Kirchenmaler Bernhard Holderried aus Pfaffenhofen/Ilm. Die Südseite des Türmchens erhielt wieder eine Sonnenuhr.bach_023

Das Kirchlein besitzt einen wunderbaren barocken Altar, der in früherer Zeit wohl Teil eines größeren Altaraufbaus in einer anderen Kirche gewesen sein dürfte. In der Mitte sehen wir vor einer Sonne die liebliche Figur der Himmelskönigin Maria. Rechts davon steht die Halbfigur des hl. Aloisius und links davon jene des hl. Franz Xaver. Den oberen Abschluss des Altares bildet der hl. Erzengel Michael mit einer Waage in der Hand; er wird auf beiden Seiten von einem liegenden Putto (Engelchen) flankiert.
bach_013 Rechts vom Altarbogen sehen wir die Figur des hl. Johannes Nepomuk und links davon jene des hl. Leonhard. bach_012An der rechten Seitenwand zwischen den Fenstern befindet sich eine Schmerzhafte Muttergottes (Pieta). An der Emporenbrüstung hängt eine Schüssel mit dem Haupt Johannes des Täufers. Der Kreuzweg stammt von 1802; er wurde ein erstes Mal 1929 renoviert. Rechts vom Eingang ist ein steinerner Weihwasserkessel mit der eingehauenen Jahreszahl 1801. Die farbigen Jugendstilfenster von 1913 zeigen die hl. Leonhard und Wendelin, links die Verkündigung mit dem hl. Erzengel Gabriel und der Gottesmutter Maria. Die Renovieung der Kapelle kostete 170 000 DM, die großen Teils von der Gmeinde Todtenweis aufgebracht worden sind. Die Bischöfliche Finanzkammer Augsburg und die Kirchenstiftung Todtenweis gaben Zuschüsse. Am 23. Mai 1988 (Pfingstmontag) wurde die Kapelle mit einem Festgottesdienst wieder eröffnet. Anschließend fand bei herrlichem Frühlingswetter ein Dorffest im Anwesen des Bürgermeisters statt.

bach_009Seit einigen Jahren findet am Montag vor dem Fest Christi Himmelfahrt der Bittgang nach Bach statt. Es wird in Bach eine Heilige Messe gelesen und anschließend wird wieder zurück durch den Wald nach Todtenweis gebetet.

Zum Fest Maria Königen (22. August) findet jährlich ein Festgottesdienst zum Patrozinium statt.

    bach_017   Seit dem Jahreswechsel 2003/2004 hat die Kapelle ein elektrisches funkgesteuertes Läutwerk. Das Mesner-Ehepaar Josef und Karolina Mießl traten mit dem Wunsch an Bürgermeister Josef Kodmeir heran. Das Mesner-Ehepaar übernahm die Kosten in Höhe von 2.400 DM. Den Strom zahlt die Gemeinde Todtenweis. Seither gibt es in Bach das Gebetläuten um sechs Uhr morgens, das Mittagsläuten um zwölf und das Gebetläuten um 18 Uhr. Zum Rosenkranzläuten braucht nur noch ein Knopf gedrückt werden und nicht wie früher im Takt der Glocke der Strick gezogen werden.