Ulrichsmarterl

Ulrichsmarterl

ulrichsmarterl1Das Ulrichsmarterl in Sand an der Thierhauptener Straße im Einmündungsbereich der Kapellenstraße wurde 1993 von freiwilligen Helfern neu errichtet und eingeweiht. Die Darstellung des hl.Ulrich mit vier verschiedenen Motiven wurde vom Todtenweiser Grafiker Bruno Ullmann geschaffen.

 

 

Die Bilder zeigen:

ulrichsmarterl13  ulrichsmarterl15

Ulrich der Friedensstifter; Ulrich und sein Dienst an den Armen;

ulrichsmarterl14   ulrichsmarterl12

Ulrich und die Erneuerung der Kirche; Ulrich der Heilige.

Die Einweihung wurde im Rahmen einer Lichterprozession mit Hochwürdigem Herrn Prälat Spoden vom Domkapitel Augsburg vorgenommen. Eine Steinsäule mit dem Bild des Hl. Ulrich stand vorher über 30 Jahre an der Kreisstraße von Sand nach Todtenweis, neben dem südlichen Bürogebäude des Kieswerks Seemüller und wurde deshalb auch als „Sandweg-Seila“ (Säule am Sandweg) bezeichnet. Das Bild zeigte den Hl. Ulrich, wie er auf einem Pferd den Segen erteilt. Darunter eine Gravur mit dem Spruch: St. Ulrich, bitte für uns. Diese Gedenksäule war 1955 auf Betreiben von Pfarrer Karl Michler dort neu errichtet worden und wurde von ihm aus Anlass der Tausendjahrfeier der Lechfeldschlacht (955) eingeweiht. Die Einweihung fand im Zusammenhang mit der Erweiterung des Kriegerdenkmals und mit einer feierlichen Lichterprozession von Todtenweis nach Sand statt.

Bereits in der Kataster-Uraufnahme (zur Aufstellung des Grundsteuerkatasters wurde in den Jahren von 1808-1864 Bayern erstmals vermessen) von 1813 ist in der Nähe des Kieswerkstandortes, in etwa der Stelle der Gedenksäule von 1955, ein Marterl eingezeichnet. Einige ältere Todtenweiser Bürger können sich daran erinnern, dass vor der Einweihung von 1955 das Marterl östlich des Kieswerks etwas erhöht stand. Dazu ist zu bemerken, dass auf dem Einweihungs-Foto von 1955 zu erkennen, dass das Gelände an dieser Stelle bis zum Bau des Kieswerks wesentlich höher lag und die Straße ein Stück weiter südlich vorbeiführte. Erst durch die Fa. Seemüller wurde das Gelände nach und nach abgetragen und auch die Straße wurde bei den verschiedenen Ausbaus immer mehr nach Norden verlegt und zum Schluss führte sie unmittelbar am Marterl vorbei. Es konnte jedoch nicht mehr zweifelsfrei geklärt werden, ob dieses erste bekannte Marterl aus Holz oder aus Stein errichtet war. Dieses Grundstück gehörte früher zur “Unteren Mühle” und damit zum Kloster Ulrich und Afra und fiel erst nach dem Kauf des Anwesens an die Obermühle von Sand.

Die Errichtung des Ulrichsmarterls steht mit großer Wahrscheinlichkeit im Zusammenhang mit der Schlacht auf dem Lechfeld gegen die Ungarn im Jahr 955. Sie war der Endpunkt der Ungarneinfälle und endete mit einem Sieg Ottos des Großen. Der Sieg auf dem Lechfeld im Dreieck zwischen Landsberg, Augsburg und Mering gilt als einer der bedeutendsten in der deutschen Geschichte. In Bayern gibt es die verschiedensten Legenden um diese Schlacht und der Heilige Bischof Ulrich von Augsburg wurde im laufe der Zeit zu einem Teilnehmer der Schlacht, was historisch nicht haltbar ist. Es ist jedoch überliefert, dass bei der vorherigen Belagerung der Stadt Augsburg durch die Ungarn die Verteidigung des Osttores, das härtesten umkämpft war, von Bischof Ulrich persönlich überwacht wurde und in der darauffolgenden Nacht ließ er die Klosterfrauen in Prozessionen durch die Stadt ziehen um Fürbitten zur Mutter Gottes zu sprechen.

Am Ende der Feldschlacht, bei der vermutlich auch viele Einzelgefechte auf der östlichen Lechseite zwischen Thierhaupten und Mering stattfanden, befanden sich die Ungarn auf der Flucht (sie wurden dabei immer noch auf etwa 20. 000 Mann geschätzt). Sie versuchten dabei, auf die baierische Uferseite des Lechs zu ihrem Lager zu gelangen. Doch gerade in der direkten Umgebung des Lechfeldes hatte König Otto im Vorfeld auf der östlichen Lechleite (baierischen) die Burgställe und Ungarnwälle (davon allein drei bei Todtenweis) bemannen lassen, die jetzt den Magyaren den Rückweg abschnitten. In die Enge getrieben wurden die Ungarn zersplittert und niedergemacht. Den wenigen Kriegern, die diesen Massakern entkommen konnten, wurde im Hinterland an besetzten Fähren und Furten (z.B. bei Langweid) aufgelauert. Sie wurden erschlagen oder ertränkt.

 

Das Bild zeigt das Marterl an der Sanderstraße bei der Einweihung im Jahre 1955ulrichsmarterl